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Einer der ersten seiner Art

Falk Tischer ist seit 1. November 2018 Bundesstützpunktleiter Mannheim

 

27.12.2018 - Der Begriff der Leistungssportreform ist seit langem in der öffentlichen Diskussion. Bloß von der konkreten Umsetzung dieser Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes hat man noch kaum etwas gehört. Umso interessanter, wenn es dann mal solche Meldungen gibt und sie auch noch aus dem Hockey kommen. „Bisher sind erst elf Stellen besetzt. Ich bin einer davon. Zwischen 70 und 80 sollen es sportartübergreifend werden“, sagt Falk Tischer (Foto) über die Position eines Bundesstützpunktleiters. Seit dem 1. November leitet Tischer den Hockey-Stützpunkt Mannheim.

 

„Da ich einer der ersten bin, hat das ganze noch viel Pilotcharakter“, beschreibt Tischer den ebenso spannenden wie herausfordernden Umstand, dass es noch wenig Struktur und schon gar keine eingefahrenen Pfade gibt. „Ich bin noch in der Grundorganisation“, sagt der 41-Jährige nach ein paar Wochen im neuen Job. Da passt der Umstand, dass er seine Arbeit zum größten Teil erst einmal im Home-Office der eigenen Wohnung verrichtet, voll ins Bild.
Derzeit 59 Kaderspieler - 27 weibliche und 32 männliche – sind organisatorisch dem Stützpunkt Mannheim zugeordnet. Da ist vom frischen U16-Akteur, über den erweiterten Kaderstatus, bis zum arrivierten A-Kader-Mitglied alles dabei. Der Deutsche Hockey-Bund setzt eine der Vorgaben der DOSB-Leistungssportreform um, die eine Verbesserung der Rahmenbedingungen an den großen Bundesligastandorten vorsieht. So sollen neben Mannheim noch Hamburg und Köln mit hauptamtlichen Hockey-Stützpunktleitern besetzt werden. Mit etwas kleinerem personellen Zuschnitt sind die Stützpunkte in München, Berlin und Mülheim/Ruhr geplant.
Ziemlich zufällig ist Falk Tischer an seinen neuen Job geraten. Nach 15 Jahren in der Industrie, darunter elf beim Walldorfer Landmaschinenbauer John Deere, verspürte Tischer den Drang nach beruflicher Veränderung. Wieder mehr mit Sport wollte der frühere Hockey-Bundesligaspieler (Mannheimer HC, Dürkheimer HC) zu tun haben und kündigte seinen Managementjob bei John Deere. Über einen privaten Kontakt bekam Tischer Wind von der Personalsuche des DOSB im Zuge der Leistungssportreform. „Ich fand es total überzeugend“, war er nach den ersten Gesprächen sowohl beim DHB als auch beim DOSB vom Konzept angetan. Und anders herum war das Interesse ebenfalls vorhanden. Nachdem man ihn beim DOSB, so Tischer, ob seiner Tauglichkeit „einen Tag lang durch die Mangel genommen“ hat, kam es zum Vertragsabschluss.
„Man könnte sagen, ich bin als so etwas wie ein regionaler Sportdirektor der verlängerte Arm des DHB-Sportdirektors Heino Knuf“, sagt Falk Tischer über seine Position. Der Bundestützpunktleiter soll – so die Kernziele - die Rahmenbedingungen für die von ihm betreuten Kaderathleten bei ihrer Dualen Karriere verbessern, das dezentrale Training intensivieren und auch bei der Talentsichtung und -förderung in den Verbänden mitwirken. Um das zu erreichen, will Falk Tischer „Strukturen schaffen, Kommunikationsschienen aufbauen und alle im Prozess Beteiligten mitnehmen“.
Das Dreieck an Trainingsmaßnahmen, bestehend aus zentralen Kadermaßnahmen, Verein und Bundesstützpunkt, kann bei jedem einzelnen Athleten ein bisschen anders aussehen. Individuell die bestmögliche Lösung zu finden, gerade auch in Verbindung mit der jeweiligen beruflichen Ausbildung, gehört ebenfalls zum Aufgabenprofil eines Stützpunktleiters. Gibt es in diesem Prozess so wenig wie mögliche Reibungspunkte für den Athleten, kann dies zur Leistungsmaximierung beitragen. So der große Plan.
Organisatorisch zugeordnet sind dem Bundesstützpunkt Mannheim auch die Verbände Hessen und Rheinland-Pfalz/Saar, aber nicht nur durch die Lage in Baden-Württemberg, sondern auch durch die aktuellen Zahlenverhältnisse innerhalb der Kader ist der Hockeyverband Baden-Württemberg (HBW) der größte Profiteur der neuen Konstellation. Was ja aber auch gerechtfertigt ist, ist doch der Landessportverband Baden-Württemberg unmittelbar an der Finanzierung der Tischer-Stelle beteiligt.
Eine weitere Aufgabe wird Falk Tischer im neuen Jahr wahrnehmen: als Teammanager der männlichen U18-Nationalmannschaft. Obwohl es auf den ersten Blick keinen direkten Zusammenhang zum Hauptjob als Bundesstützpunktleiter gibt, sieht Tischer dies als „mit dazugehöriges Projekt“, um Strukturen und Lebenswirklichkeit von Nachwuchsnationalspielern auch aus einem anderen, für ihn zusätzlichen Blickwinkel kennenzulernen.     lim/Foto: leo

 

 

 
26. März 2019
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